Die Geschichte der Rektorenkonferenz

Nach der ersten Gründungsphase am Ende der 1960er Jahre, fand am 5. Mai 1972 in Pforzheim die erste Sitzung der Rektorenkonferenz der Fachhochschulen in Baden-Württemberg (RKF) statt.

Als eher lockere Diskussionsrunde der Rektoren und zur Vereinfachung der Kommunikation mit dem Wissenschaftsministerium angelegt, wurden regelmäßig Themen, die für alle Fachhochschulstandorte interessant waren, beraten.

Die Konferenz war damals schon Ansprechpartner für den amtierenden Minister und es fanden die ersten Rektorendienstbesprechungen im Wissenschaftsministerium statt, die sich bis heute als Mittel des Austausches zwischen Ministerin/Minister und Hochschulen gehalten haben.

Mit den Novellen des Hochschulrahmengesetzes in den Jahren 1976 und 1985 erhalten die Fachhochschulen in der Bundesrepublik Hochschulstatus und werden mit den Universitäten und vergleichbaren Einrichtungen offiziell zur tertiären Bildungsebene gezählt. Mit der HRG-Reform 1985 wird die angewandte Forschung Teil des Bildungsauftrags der Fachhochschulen.

Seit den 1990er Jahren versteht sich die Rektorenkonferenz auch als poltisches Sprachrohr und Interessensvertretung für die Fachhochschulen. Das stetige Wachstum der Fachhochschulen und eine Verbreiterung der Fächervielfalt, bei relativ vielen, heterogen aufgestellten Standorten, macht gemeinsame Abstimmung und Positionierung innerhalb der Konferenz immer wichtiger. Unter dem langjährigen Vorsitzenden und Rektor der Hochschule Mannheim, Prof. Dr. h.c. Dietmar von Hoyningen-Huene (1988 - 2007), der für seinen unermüdlichen Einsatz für die Fachhochschulen in Baden-Württemberg und bundesweit mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt wurde, wird die RKF als Stimme der Fachhochschulen deutlich stärker wahrgenommen und zum etablierten Verhandlungspartner für MWK und Politik.

Ab dem Jahr 2000 wird an den Fachhochschulen frühzeitig und konsequent die gestufte Studienstruktur mit den Abschlüssen Bachelor und Master im Rahmen der europaweiten Bologna-Reform eingeführt. Die RKF begleitet diese größte Reform der Studienstrukturen in Deutschland seit dem zweiten Weltkrieg sehr eng und berät Politik und Hochschulen bei der komplexen Umsetzung der Reform vor Ort.

Unter der Führung der Vorsitzenden Prof. Dr. Winfried Lieber (Rektor Hochschule Offenburg, 2007-2009) und Prof. Dr. Achim Bubenzer (Rektor Hochschule Ulm, 2009 - 2013) wird die RKF mit Einführung des neuen Gattungsbegriffs "Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW)" die Rektorenkonferenz der HAW (RKH). Mit stärkerem Augenmerk auf Partizipation und Transparenz innerhalb der Konferenz werden strategische Positionierungen der Hochschulart für die nächsten Jahre verhandelt und beschlossen, sowie im Jahr 2011 die Übernahme der ersten grün-roten Landesregierung, hochschulpolitisch eng begleitet. Am Ende der Amtszeit von Prof. Bubenzer erfährt die RKH einen Professionalisierungsschub durch die Umwandlung der Konferenz in einen gemeinnützigen Verein mit fester Geschäftsstelle in Stuttgart.