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Hochschulbarometer 2019 des Stifterverbands: Rahmenbedingungen für HAW verschlechtern sich seit Jahren

Das Hochschul-Barometer des Stifterverbandes und der Heinz Nixdorf Stiftung gibt einen jährlichen Überblick zur Stimmungslage an deutschen Hochschulen. Es analysiert die Einschätzungen der Rektor/innen und Präsident/innen zur aktuellen Situation und ihre Erwartungen an die kommenden Jahre.

Gefragt wurde nach den Kooperationsbeziehungen und der Wettbewerbsfähigkeit der Hochschulen sowie den Rahmenbedingungen in den Bereichen Autonomie, Personalsituation, Ausstattung und Finanzierung.

Allgemein sind die Rektor/innen und Präsident/innen größerer Hochschulen (ab 10.000 Studierenden) – dazu zählen staatliche Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) bzw. Fachhochschulen (FH), Universitäten sowie kirchliche und private Hochschulen – in der Tendenz zufriedener. Am unzufriedensten sind kleine staatliche HAW/FH und Universitäten (unter 10.000 Studierenden). Die HAW in Baden-Württemberg fallen allesamt in diese Kategorie.

Im Hinblick auf die Wettbewerbsfähigkeit und die Kooperationsbeziehungen ihrer Hochschulen sind die Rektor/innen und Präsident/innen aller Hochschularten weitgehend zufrieden. Beide Bereiche liegen bei mehr als 30 Punkten auf einer Skala von -100 bis +100 Punkten.

Die Einschätzung der allgemeinen Rahmenbedingungen fällt dagegen mit 10 Punkten negativer aus: Auf der Skala von -100 bis +100 Punkten erwarten die Leitungen staatlicher HAW/FH in den nächsten fünf Jahren eine Verschlechterung der Rahmenbedingungen von aktuell 9,1 Punkten auf -7,3 Punkte.

Dabei bewerten 47,6 % der Leitungen staatlicher Hochschulen die Personalsituation als „(eher) schlecht“. Das sei seit 2011 der schlechteste Wert.

Auch die Zufriedenheit mit der Landespolitik ist unter den Hochschulleitungen insgesamt gesunken. 2016 lag der Anteil der Hochschulleitungen, die die Zusammenarbeit mit der jeweiligen Landesregierung als (eher) positiv beurteilten, bei 77,5 %, 2018 lag der Anteil nur noch bei 59,1 %. Begründet wird die gesunkene Zufriedenheit mit dem seit 2014 steigenden Einfluss der Bundespolitik auf die Hochschulen, die über Förderprogramme neue Entwicklungen anstoße.

Die Ergebnisse des Barometers zeigen deutlich, dass der enorme Ausbau der Studienkapazitäten an HAW bis heute nicht ausfinanziert und personell kompensiert wurde. Das betrifft insbesondere kleine und mittlere Hochschulen, die aber stark gewachsen sind in den letzten zehn Jahren. Die Landespolitik ist gefordert mit dem neuen Hochschulfinanzierungsvertrag eine Trendwende bei den Rahmenbedingungen für die HAW zu schaffen.