25.01.2017

Hochschulen für Angewandte Wissenschaften stärken Kompetenzen im Austausch mit Indien

Etwa jedes zehnte Mitglied der Delegation aus Baden-Württemberg, die derzeit Indien bereist, kommt aus einer der staatlichen Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) im Land. Sie engagieren sich in den beiden Teildelegationen „Innovative Technologien“ und „Nachhaltige Stadtentwicklung“ und nutzen die Reise für Kontakt- und Austauschbesuche mit Hochschulen in Indien.

Mit mehr als drei Millionen Quadratkilometern Fläche ist Indien fast zehnmal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland und etwa hundertmal größer als Baden-Württemberg. Das nach seiner Ausdehnung siebtgrößte Land der Welt belegt mit einer Einwohnerzahl von mehr als 1,3 Milliarden nach China weltweit den zweiten Rang. Man geht davon aus, dass schon 2030 in diesem riesigen Land etwa eineinhalbmal mehr Studenten an den Hochschulen eingeschrieben sein werden als im Moment Menschen in ganz Deutschland leben. Die etwa 350.000 Studierenden in Baden-Württemberg machen sich gegenüber den kalkulierten 140 Millionen Studierenden in Indien vergleichsweise bescheiden aus.

Diese Zahlen zeigen, dass selbst die mit etwa 120 Vertreterinnen und Vertreten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft große Delegation, die derzeit Ministerpräsident Winfried Kretschmann nach Pune, Mumbai und Bangalore begleitet, hier mit Dimensionen konfrontiert werden, die ihren eigenen Erfahrungshorizont bei weitem übersteigen. Es kann deshalb nicht darum gehen, den Gastgebern „fertige Lösungen“ für drängende Probleme zu präsentieren. Vielmehr könnten zum Beispiel die große Zahl gut ausgebildeter junger Menschen, die rasch wachsende Industrie, die zunehmende Bedeutung der indischen Konsummärkte und deren Antworten auf und Beträge zu Fragen und Problemen bieten, die Baden-Württemberg bereits heute und in absehbarer Zukunft beschäftigen werden. Deshalb liegt ein ganz besonderer Fokus dieser Reise des Regierungschefs, der beiden Landesminister und der drei Staatssekretäre auf dem gegenseitigen Austausch. „Voneinander lernen, mögliche Lösungsansätze vergleichen, miteinander ins Gespräch kommen“ – das sind folgerichtig wesentliche Programminhalte. Umsetzungsfragen und der gegenseitige Austausch von Lösungskompetenzen ziehen sich quasi wie ein „grüner Faden“ durch das dichte Programm mit Schwerpunkten in Bereichen Mobilität, Energieversorgung, Abfallwirtschaft sowie Wasserversorgung und sind auch ein verbindendes Element zwischen den Teildelegationen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik.

Mit 15 Teilnehmerinnen und Teilnehmern stellen die HAW die stärkste Teilgruppe innerhalt der Delegation. Auf allen Gebieten dieser Reise, die sich weitgehend mit zentralen Themen der aktuellen und der vorhergehenden Landesregierung decken, sind die HAW stark aufgestellt, engagieren sich weltweit, verfügen über ausgezeichnete Verbindungen und Partnerstrukturen vor Ort und sorgen für den Austausch zwischen jungen Menschen. Auch in und mit Indien.

Neben vielen fachlichen Inputs der HAW-Vertreterinnen- und Vertretern konnte die Hochschule Karlsruhe eine Kooperationsvereinbarung mit indischen Partnern für ein „Quartier-Projekt“ unterzeichnen und nutzt der Vorstand der HAW-Rektorenkonferenz auch die sich bietenden Gelegenheiten für einen Austausch mit den Mitgliedern der Wirtschaftsdelegation sowie mit den Abgeordneten und Mitgliedern der Landesregierung.