07.07.2017

Schöner Erfolg für drei HAW im Land beweist deren große „Gesellschaftsfähigkeit“

Drei baden-württembergische Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) feiern den Gewinn in der ersten Auswahlrunde der Initiative „Innovative Hochschule“. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert damit den forschungsbasierten Ideen-, Wissens- und Technologietransfer durch Drittmittel.

168 Hochschulen hatten sich beworben, 48 Hochschulen sind nun in 19 Einzel- und zehn Verbundvorhaben zur Förderung ausgewählt. Unter den Gewinnern sind die Hochschule für Technik in Stuttgart, die Hochschule Biberach und die Hochschule Ulm. In einem der härtesten bundesweiten Wettbewerbe der vergangenen Jahre um Drittmittel haben sie sich durchgesetzt – die Stuttgarter Hochschule mit einem Einzelantrag und die Hochschulen in Biberach und Ulm mit einem Verbundvorhaben gemeinsam mit der Universität Ulm und der bayerischen HAW Neu-Ulm.

Bei der Initiative geht es nicht um Mittel für die Forschung. Vielmehr will das BMBF Hochschulprojekte, -vorhaben und -strukturen fördern, die den Transfer erforschten Wissens in die Gesellschaft und die Wirtschaft verbessern und beschleunigen. Die Hochschulen im regionalen Innovationssystem zu stärken und Ideen-, Wissens- und Technologietransfer strategisch weiterzuentwickeln, sind die erklärten Ziele. Bis zu 550 Millionen Euro kann die Förderinitiative zu diesem Zweck in zwei Auswahlrunden à fünf Jahre vergeben.

Der Bedarf an solchen Strukturen scheint ebenso groß zu sein wie das Ideenreichtum insbesondere der HAW. Allein aus Baden-Württemberg haben sich HAW und Universitäten mit mehr als 20 Anträgen um die Förderung beworben. Da mag der Erfolg von drei HAW und einer Universität angesichts des enormen Aufwands an fast allen Hochschulstandorten einerseits bescheiden wirken. Für die drei HAW-Gewinner ist dieser Erfolg jedoch nicht minder schön und wichtig. Er zeigt auch, dass der Transfer eine ureigene Aufgabe und offenbar auch eine Domäne der HAW im Hochschulsystem ist.

Dass die Antragssumme der vielen eingegangenen Anträge das ausgeschriebene Fördervolumen bei Weitem übertraf, ist ein Anknüpfungspunkt für die besonders wichtige Aufgabe der Hochschulen und Universitäten, den Kontakt zur Gesellschaft und zur Wirtschaft zu pflegen, ihn zu intensivieren und zu modernisieren.

Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Johanna Wanka, hat mit ihrer Ausschreibung den Nerv der Hochschulwelt getroffen. Fast alle wollten, viele könnten, aber nur ganz wenige sind jetzt auch in der Lage mit der großzügigen Unterstützung der Bundesregierung eine Transferstrategie aufzubauen. Jetzt müssen die Länder nachziehen, um die vielen guten Initiativen und Ideen für sich zu nutzen. „Auch das wäre Transfer – und ein geschickter dazu!“, merkt der Vorsitzende der HAW-Landesrektorenkonferenz, Prof. Dr. Bastian Kaiser, an.

Die Ausschreibung und ihre große Resonanz zeigen auch, dass man viele Hochschulen im Land nicht erst mit hohen Fördersummen „sprachfähig“ und „gesellschaftsfähig“ machen muss – sie sind es längst. Jedoch sind geeignete Mittel und Strukturen notwendig, um die Gesellschaft „wissenschaftsfähiger“ zu machen, damit sie das vorhandene Potential ihrer Hochschulen noch besser nutzt.