02.05.2018

Mit HAW-Absolventinnen und Absolventen dem Fachkräftemangel begegnen

Die ehemaligen Studierenden der HAW sind auf dem Arbeitsmarkt sehr begehrt und bedienen den gesellschaftlichen Bedarf in Zeiten des Fachkräftemangels, insbesondere in den Ingenieursdisziplinen, und des deutlichen Pflegenotstands. Das belegen die Ergebnisse der zehnten Absolventenbefragung an Hochschulen für Angewandte Wissenschaften, die das statistischen Landesamt im Auftrag der HAW- Rektorenkonferenz und des MWK durchführte, eindrucksvoll.

Der Trend einer erfolgreichen Integration in den Arbeitsmarkt von ehemaligen Studierenden an HAW setzt sich auch in diesem Jahr fort. In Zeiten einer annähernden Vollbeschäftigung ist der Bedarf an Absolventinnen und Absolventen der HAW ungebrochen groß, steigt weiter an und äußert sich in deren ausgezeichneten Berufschancen und beruflichen Einstiegserfolgen. 94% der suchenden HAW-Absolventen gelang im unmittelbaren Anschluss an ihr Studium der Einstieg ins Berufsleben, 75% der HAW-Absolventen waren innerhalb der ersten drei Monate bei der Stellensuche erfolgreich. Insbesondere den Absolventen der Fächergruppe Ingenieurwissenschaften bieten sich exzellente berufliche Perspektiven. Lediglich ein Prozent der Absolventen dieser Fächergruppe war in der ersten Phase nach Beendigung des Studiums arbeitssuchend. Ehemalige Studierende des Studienfachs Soziale Arbeit fanden direkt nach Abschluss mit Abstand am häufigsten Beschäftigung in der klassischen Erwerbstätigkeit, die Arbeitssuche dieser Gruppe gestaltete sich mit 82%, unabhängig von der Abschlussart, am erfolgreichsten.

"Die Ergebnisse der Absolventenbefragung sprechen eine klare Sprache: Die HAW bilden hochqualifizierten Nachwuchs mit beruflicher Relevanz aus, der sehr gefragt ist. Eine auskömmliche Finanzierung und die Investitionen in die Hochschulart HAW sind das wirksamste Angebot, um dem Fachkräftemangel zu begegnen.", unterstreicht Herr Professor Dr. Bastian Kaiser, Vorsitzender der Rektorenkonferenz der HAW. Die HAW sorgen für Fachkräfte und leisten so einen wichtigen Beitrag für das Wachstum der Region, wie ein Ergebnis der Studie zeigt. Für ihre erste Beschäftigung wählen mehr als drei Viertel der Absolventinnen und Absolventen eine Arbeitsstelle in Baden-Württemberg und verbleiben dort in ihrer aktuellen Tätigkeit.

Für die Aufnahme eines Masterstudiums bzw. einer Promotion entschieden sich mehr als ein Fünftel der Absolventinnen und Absolventen. Dabei bleibt die Mehrheit der Absolventinnen und Absolventen ihrer Hochschulart treu und führt das weitere Studium an einer HAW fort. Die Verbesserung von Berufschancen wurden hinter dem Wunsch nach persönlicher Weiterbildung auf Platz zwei der angegebenen Gründe für die Wahl eines weiteren Studiums genannt. Der differenzierte Blick auf die unterschiedlichen Fächergruppen und Studienfächer zeigt große Unterschiede darin, ob sich Absolventinnen und Absolventen für ein weiteres Studium entscheiden. Mehr als drei Viertel der Bachelorabsolventen der Fächergruppe Mathematik und Naturwissenschaften und über 40% der Gesundheitstechnikerinnen und Gesundheitstechniker spezialisieren sich in einem Aufbaustudium. Während für die einen die Erfordernisse einer weiteren wissenschaftlichen Karriere dafür ausschlaggebend gewesen sein mögen (Naturwissenschaften), könnte es im stark von öffentlichen Arbeitgebern dominierten Bereich der Gesundheitstechnik, die Laufbahn-Logik ein Grund dafür sein. Für die Absolventinnen und Absolventen der Sozialen Arbeit schien die Aufnahme eines Masterstudiums weniger interessant. Der Arbeitsmarkt reagiert auf das Angebot der Masterabsolventinnen und -absolventen sehr positiv und hat Bedarf an spezialisierten Fachkräften. So waren die ehemaligen Studierenden, die einen Master absolvierten, prozentual noch erfolgreicher bei der Stellensuche als diejenigen mit Bachelorabschluss.

Die Zufriedenheitswerte mit dem Studium bewegen sich auf hohem Niveau. Wie in den Jahren zuvor wird der hohe Praxisbezug des Studiums von den Absolventinnen und Absolventen als sehr positiv bewertet. Die Teilnehmenden des Prüfungsjahrgangs 2015 konnten zusätzlich einzelne Aspekte ihres Studiums bewerten. Einige Hochschulen nutzten die neu geschaffene Möglichkeit, an ihre Absolventinnen und Absolventen hochschulspezifische Fragen zu richten. Die Grundlage dafür bildete ein neu konzeptionierter Fragebogen, entwickelt vom Statistischen Landesamt, der AG Absolventenbefragung der HAW, der mit der Geschäftsstelle des HAW BW e.V. abgestimmt wurde. Dadurch biete die Auswertung einen höheren Informationsgehalt für die einzelnen Hochschulen, berichtet Herr Professor Dr. Kaiser: "Der neue Fragebogen dient den Hochschulen als Instrument der Qualitätssicherung, um ihre Angebote für die Studierenden kontinuierlich zu verbessern. Ich danke allen Beteiligten, die an der Konzeption der Studie und an der Befragung mitgewirkt haben.", betont Herr Professor Dr. Bastian Kaiser.