11.10.2014

Die HAW diskutieren die Eckpunkte zum neuen Hochschulfinanzierungsvertrag auf ihrer Herbsttagung in Leinfelden-Echterdingen

Entscheidende Fragen zu „Perspektive 2020“ müssen vom Wissenschaftsministerium noch beantwortet werden

In Leinfelden-Echterdingen haben sich am Freitag die Kanzlerinnen, Kanzler, Rektorinnen und Rektoren der Hochschulen für Angewandte Wissenschaften zu ihrer jährlichen Herbsttagung getroffen. Ganz oben auf der Agenda stand das Thema Hochschulfinanzierungsvertrag zwischen dem Land und den Hochschulen mit dem eigentlich verheißungsvollen Namen „Perspektive 2020“. 

Die Haushaltsschieflage der HAW hat sich in den letzten Jahren des Ausbaus stark verschärft, und der Anteil von befristeten Programmmitteln in den Budgets der Hochschulen ist bedrohlich angewachsen. Die Landesregierung hat versprochen mit dem Hochschulfinanzierungsvertrag bis ins Jahr 2020 die Hochschulfinanzen zu stabilisieren, signifikant zu verbessern und auf ein planbares Fundament zu stellen.

Die Eckpunkte, die im August veröffentlicht wurden, gaben zwar Grund zu Optimismus in der Hochschullandschaft, dennoch bestünden große Sorgen, dass die beabsichtigen Maßnahmen alleine nicht geeignet wären die bestehenden Finanzierungsprobleme erheblich zu mildern, so Bastian Kaiser, Vorsitzender der Rektorenkonferenz. Kaiser befürchtet, dass die Bedeutung der Hochschulart HAW und ihre Probleme nicht hinreichend wahrgenommen würden. Dies könnte zu einer weiteren Verschärfung der nicht nachvollziehbaren Finanzierungsunterschiede für Studienplätze an HAW, der DHBW und den Universitäten führen.

„Mit den bisherigen Informationen geht die Rechnung noch nicht auf. Das Ministerium muss noch viele offene Fragen beantworten“, sagt Daniela Schweitzer, die Vorsitzende der Konferenz der Kanzlerinnen und Kanzler der HAW. Es ist bislang nicht zu erkennen, wie die HAW an den angekündigten zusätzlichen Landesmitteln partizipieren werden. Ganz offensichtlich hat das Land, anders als für andere Hochschularten, keine „speziellen Bedarfe“ anerkannt und berücksichtigt.

Der politische Gast der HAW-Runde in diesem Jahr war die hochschulpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Landtag: Sabine Kurtz. Sie hatte die Frage der Mittelverteilung ebenfalls in einer Landtagsanfrage aufgeworfen und darauf hingewiesen, dass ein großer Teil des Finanzierungspaketes nur aus Umwidmungen von Mitteln bestehe.

Bis in den Nachmittag diskutierten Frau Kurtz und die versammelten baden-württembergischen HAW-Rektorate über die zukünftige Aufstellung des Hochschulstandorts Baden-Württemberg und die Bedeutung der HAW für das Land und seine mittelständische Wirtschaft und die Regionen.