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Hochschulen bereiten sich auf Finanzverhandlungen vor

Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften (HAW) bereiten sich auf die anstehenden Verhandlungen zum Hochschulfinanzierungsvertrag im Frühjahr 2019 vor. Dazu diskutierten die Hochschulleitungen der 24 Mitgliedshochschulen auch mit dem Abgeordneten Alexander Salomon (Bündnis90/Die Grünen) auf der Herbsttagung der HAW

Am vergangenen Freitag erörterten die Hochschulleitungen der 24 HAW im Land die aktuelle finanzi­elle Aufstellung der Hochschulen und stimmten eine gemeinsame Position für die 2019 beginnenden Gespräche mit der Landesregierung zum Doppelhaushalt 2020/2021 und dem folgenden Hochschulfi­nanzierungsvertrag ab.

In den Konferenzen herrscht große Einigkeit darüber, dass die Finanzierung der HAW an einem kriti­schen Punkt angekommen ist. Die Hochschulen für Angewandte Wissenschaften haben in Bezug auf den aktuellen Hochschulfinanzierungsvertrag geliefert. Zusätzlich werden von den HAW Aufgaben geschultert, die in diesem Ausmaß lediglich temporär zu leisten und zu vertreten sind. Die HAW erwarten dazu vom Land Baden-Württemberg eine angemessene Finanzierung, um dann auch für die zusätzlichen Aufgaben gerüstet zu sein. Ein Vorhaben, das auch im Interesse des Landes, seines Hochschulsystems und seiner Wirtschaft liegt, um gegen den Fachkräftemangel anzugehen und den (Wissens-)Transfer zu stärken.

Inzwischen sehen sich die HAW in einem Wettbewerbsnachteil – vor allem zu Mitbewerbern in anderen Bundesländern. In den anstehenden Verhandlungen zum nächsten Hochschulfinanzierungsvertrag muss diese Situation korrigiert werden, um wichtige Themen wie die Digitalisierung, die qualitätssi­chernde Betreuung der Studierenden, die zielorientierte Entwicklung der Hochschulinfrastruktur und die angemessene Finanzierung ihrer für die Wirtschaft und die Innovationen im Land wichtigen Forschung effizient und erfolgreich gewährleisten zu können.

Auf Landesebene setzen die HAW auf eine enge Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsministerium und mit Theresia Bauer auf eine starke Ministerin am Kabinettstisch. Die Konferenzen der Rektorinnen/Rektoren und Kanzlerinnen/Kanzler haben ihre Vorstände in ihrem Vorgehen ausdrücklich bestärkt und mit einem starken Verhandlungsmandat ausgestattet. Mit Alexander Salomon hatten die Hochschulen einen engagierten und kompetenten Finanz- und Wissenschaftsexperten aus dem Landtag als Redner auf die Herbsttagung geladen. Er betonte ausdrücklich die Relevanz der Hochschulart sowie ihrer Leistungen in Forschung, Lehre und Transfer für die Regionen, gegen den Fachkräftemangel und für die Innovationskraft Baden-Württembergs. Er hat ausdrücklich auf die klaren Aussagen im Koalitionsvertrag verwiesen, die die Landesregierung gerade gegenüber den Hochschularten in die Pflicht nehmen, die sich in den vergangenen zehn Jahren stark im Ausbau der Studienplätze engagiert und damit einen überproportionalen Anteil an der hochschulpolitischen Verantwortung getragen haben.

„Gerade für solche „ausbaustarken Hochschulen“ haben auch die Finanzmittel eine große Be­deutung, die der Bund zur Finanzierung von Studiengängen beiträgt“, betont Bastian Kaiser, Vorsitzender der Landesrektorenkonferenz der HAW, „Wir setzen deshalb auf eine klare Posi­tion sowie eine deutliche Unterstützung für unsere Erfordernisse durch das Wissenschaftsministerium und die Landesregierung in den Verhandlungen in Berlin.“

Doch ergreifen die HAW am 30. Januar 2019 auch auf der Bundesebene selbst eine flankierende Initi­ative: Auf gemeinsame Einladung der bundesweit aktiven Hochschulallianz für den Mittelstand und des HAW BW e.V. diskutieren Rektorinnen und Rektoren von HAW in der Landesvertretung Baden-Württemberg mit der Bundesministerin Anja Karliczek und Bildungspolitikerinnen und -politikern aus dem Deutschen Bundestag.